Die Reportagen

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Die Traumjob-Reportage von Fritz aus Disentis, März 2010

1.Tag, Anreise:
Um 12.30h geht´s von Gilching aus los Richtung Schweiz. Die Heike fährt und der Garmin sagt wohin es gehen soll. Nach 3h 20min sind wir in Disentis angekommen. Von Schneefall beim Start, hat sich das Wetter während der Fahrt zu blauem Himmel mit schönen Wolken hin, geändert.

Das Cucagna Hostel war gleich gefunden und das Zimmer schnell eingeräumt. Es hat gerade so alles einen Platz gefunden.
Um 16.00h wurden wir von Marie-Rose und ihrem Mann Hubert zu einem Dorfrundgang abgeholt. Hubert arbeitet bei Zai und wurde natürlich gleich ausgefragt. Jetzt haben wir auch Laura und Marcel aus Holland kennen gelernt. Laura hat den holländischen Praktikumsplatz gewonnen. Während dem interessanten Rundgang konnten wir uns schon ein wenig kennen lernen.

Um 18.30h ging´s dann ins Restaurant des Hotel Cucagna zum Abendessen. Da alle von der Anreise müde waren, war nach dem Essen der Abend schon beendet.

2.Tag, erster Tag bei Zai
Um 7.15h ging´s schon zum Frühstück, da schließlich um 8.00 Arbeitsbeginn bei Zai angesagt war. Dort angekommen, nach 10 Minuten Fußweg, wurden wir von Marc freundlich empfangen. Nach einer kurzen Einführung, bei der Heike und Marcel auch mitgegangen sind, wurden die beiden mit Zai Schiern versorgt und haben sich dann auf den Weg zur Piste gemacht. Laura und ich haben uns mit dem heutigen Programmpunkt „Schiservice“ angefreundet. Es wurde Belag ausgebessert, Schi von Hand vorgeschliffen, mit der Maschine geschliffen und anschließend mit Struktur versehen. Insgesamt sind die Schi 24 mal (!) über eine Maschine gelaufen. Zum Schluß wurden die Schi noch von Hand aufpoliert damit sie wieder perfekt aussehen. Dann wurde für den nächsten Tag noch das Material für 2 Paar Schi vorbereitet, die von Laura und mir gebaut werden. Kurz vor Schluß kamen Heike und Marcel freudestrahlend vom Schifahren zurück und haben von ihren Erlebnissen berichtet. Um 17.00h sind wir dann pünktlich zurück zum Hostel gefahren.

3.Tag, zweiter Tag bei Zai
Um 8.00h war wieder Arbeitsbeginn. Heute begleitet uns Roland Bachmann vom Tourismusbüro Disentis. Er ist erst seit Dezember in seinem Job und deshalb schon ganz neugierig auf die Firma Zai und die Herstellung der Schi. Die gestern vorbereiteten Materialien sollen jetzt verarbeitet werden. Dafür mussten zuerst die passenden Formen aus dem Lager geholt werden. Diese bestehen auf der Unterseite aus gefrästem Aluminium, die Oberseite ist aus Stahlblech. Nach dem Auswischen wurden die Formen mit Trennmittel behandelt. Anschließend ging´s zur Werkbank damit. Hier wurde zuerst das inzwischen getrocknete Trennmittel poliert und dann wurde mit dem Einlegen der verschiedenen „Zutaten“ begonnen. Angefangen mit Belag und Stahlkanten dann verschiedene Gewebe und der Holzkern bis nach weiteren Gewebe- und Kleberlagen das Finish mit dem Zaidesign oben drauf kam. Jetzt noch den Deckel auf die Form und der erste der beiden Schi ist bereit für die Presse. Nachdem also alle Schi vorbereitet waren wurde die Presse angeheizt und im Rechner die zum Schi passende Vorspannung aufgerufen. Die wird dann vollautomatisch eingestellt. Jetzt kommen die gefüllten Formen drauf und die Presse wird zugefahren.

Nach ca. einer halben Stunde ist der Schi dann gebacken und kann aus der Form genommen werden. Jetzt muss er noch beschnitten, geschliffen und gefinished werden, bis er ein richtiger Schi ist. Aber diese Tätigkeiten kommen erst morgen dran. Jetzt ist erstmal Mittag und das heißt für heute geht´s zum Schifahren. Also Zaischi für jeden ausgesucht und ab auf die Piste. Dort angekommen erwartet uns erstklassiger Schnee und eine immer besser werdende Sicht. Auch Roland hat einen Zaischi bekommen und begleitet uns auf die Piste. Das Schifahren macht viel Spaß und wir testen die Schi ausführlich. Immer wieder werden die Schi getauscht und ich bin als Servicemann auserkoren worden. Deshalb stelle ich immer die Bindung auf die Schuhgröße und das Fahrergewicht ein. So kann jeder mal einen anderen Schi „erfahren“. Um kurz vor 5.00h geben wir die Schi dann wieder in der Fabrik ab und bereiten uns auf das Abendessen mit Roland und Michaela Caduff vor. Dort werden wir dann auch die Bewertungsbögen für die verschiedenen Schi ausfüllen.
22.00h. Wieder zurück vom gemeinsamen Abendessen in der Pizzeria Surselva. Der Marc von Zai ist auch noch gekommen und es war ein sehr schöner Abend mit sehr gutem Essen. Die meiste Zeit wurde über den schönen Schitag gesprochen und die Eigenschaften der Testschi. Marc hat viel über Zai erzählt und es war sehr interessant.

4. Tag
Die heutige Aufgabe, ist es die „Rohschi“ zu bearbeiten damit sie tatsächlich wie Schi aussehen. Als erstes wurde mit der Kopierfräse die Deckschicht der Schi befräst. Dazu musste eine zum Schityp passende Schablone auf die Maschine montiert und ausgerichtet werden. Nach der Einstellung des erforderlichen Offset, damit man nicht in den Schi fräst, konnte der erste Schi bearbeitet werden. Danach hat die Deckschicht links und rechts noch ein Übermaß von ca. 2mm. Das ist eigentlich der einzige maschinelle Arbeitsgang an den Schiern. Alles Weitere wird von Hand bzw. mit Hilfe von elektrischen Handwerkzeugen wie Oberfräse oder Bandschleifer erledigt. Also wurden die Seitenwangen in mehreren Schritten mit verschiedenen Oberfräsen bearbeitet und zum Schluss mit dem Schleifklotz von Hand in Form gebracht. Besonderes Augenmerk wird auf die Spitzen und die Enden der Schi gelegt.

Die müssen besonders gut Aussehen, weil davon die Optik des ganzen Schis stark beeinflusst wird. Hubert passt gut auf damit wir alles richtig machen und lässt nicht den kleinsten Fehler durchgehen. Bis um 12.00h sind wir fast fertig und wir werden von Marc aufgefordert uns gefälligst auf die Piste zu begeben. Das machen wir dann auch mit großer Freude, da heute schon den ganzen Tag die Sonne scheint! Mit neuen Schiern ausgestattet, nehmen wir die ersten Tiefschneehänge in Angriff. Nach ein paar Abfahrten zum Einfahren machen sich die Heike und ich auf den Weg Richtung Talabfahrt. Die ersten 1000 Höhenmeter fahren wir nur durch Tiefschneehänge bzw. durch leicht zerfahrenes Gelände. Piste ist Fehlanzeige! Die letzten 500 Höhenmeter geht´s dann auf Wegen und zum Teil auf Buckelpisten zur Gondel zurück. Oben angekommen treffen wir wieder Laura und Marcel. Gemeinsam fahren wir ins Tal, da wir heute noch nach Sedrun zum Wellness „müssen“. Im Sedruner Bad lassen wir es uns gut gehen und erholen uns in verschiedenen Bädern und Saunen vom Stress des Tages. Nach der Rückreise nach Disentis wird im Hotel nach Abend gegessen und anschließend fallen wir müde ins Bett!

5. Tag
Heutiger Programmpunkt ist das Finish der Schi. Dazu muss als erstes der Belag grob vorgeschliffen werden. Dafür ist David der Experte. Auf einer extra Steinschleifmaschine werden die Schi bearbeitet. Nach jedem Schliff wird der Belag und die Kanten begutachtet. Ob schon alles auf eine Höhe geschliffen wurde. Wenn das der Fall ist wird die Schispitze extra bearbeitet. Da sie bei den folgenden Arbeitsgängen nicht mehr beschliffen wird, bekommt sie jetzt ihr endgültiges Finish. Dazu wird der Vorschub und die Drehzahl des Schleifsteins stark reduziert und die Spitze wird mit einer sehr feinen und glatten Oberfläche versehen. Belagseitig natürlich, ist doch klar! Oder? Der so vorbereitete Schi kommt jetzt in die Belag- und Kantenschleifmaschine die schon beim Schiservice verwendet wurde. Im Unterschied zum Service wird der Schi jetzt aber deutlich häufiger geschliffen, bis die Oberfläche des Belags für die Strukturbearbeitung ausreichend glatt ist. Die letzte zwei maschinellen Arbeitsgänge sind die Struktur für den Belag und der Feinschliff für die Kanten. Diese zwei Arbeitsschritte werden sonst nur bei Schiern für den Rennsport durchgeführt.
Was jetzt zum Abschluss folgt ist das Finish der Oberseite des Schis. Bei diesen Arbeitsgängen werden wir von Duri eingewiesen.Hierzu muss als erste die Schutzfolie abgezogen werden, die den Schi während der Herstellung vor Beschädigungen der Oberfläche bewahrt hat. Anschließend erfolgt ein Feinschliff von Hand aller Ecken und Kanten der Schioberseite. Mit Silikonentferner werden noch Kleberreste der Schutzfolie entfernt. Jetzt ist der Schi fertig für den „finishing touch“. Dieser erfolgt durch ölen der Seitenwangen und des Nussbaumfurniers mit Leinöl. Der so fertig gestellte Schi wird noch vermessen und protokolliert und erst jetzt ist er fertig für den Verkauf. Auch heute haben wir unser Pensum bis um 12.00h abgearbeitet, so dass wir uns wieder auf den Weg zur Piste machen können. Bei Sonnenschein und super Schnee haben wir noch viel Spaß mit den geliehenen Zai-Schi. Um 17.00h sind wir noch mal kurz bei Zai und verabschieden uns von allen, da morgen Josephstag ist und an diesem Feiertag nicht gearbeitet wird.

6. Tag
Da ja heute nicht gearbeitet wird, haben wir uns mit Hubert zum Schifahren verabredet. Um 8.30h treffen wir uns an der Talstation der Gondel. Das Wetter ist bestens und alle freuen sich schon auf einen schönen Ausflug, weg von den Pisten. Oben angekommen geht es gleich rechts weg auf einen schmalen Zieher unterhalb des Pez Ault.


Dem folgen wir ein Stück entlang der Gipfelkette um dann ca. 20 Minuten aufzusteigen. Nach dem Aufstieg steht man dann am Eingang des Val Gronda. Obwohl es schon seit 3 Tagen nicht mehr geschneit hat, gibt es erst eine Spur vor uns. Anfangs fahren wir noch auf gesetztem Pulver der dann immer mehr in schönen Firn übergeht. Es ist einfach unglaublich und alle haben einen riesigen Spaß.

Nach der schönen Abfahrt bis ins Tal fahren wir wieder hinauf und setzen uns erstmal auf die Sonnenterasse. Anschließend fahren Laura und Marcel entalng der Piste und Hubert geht mit Heike und mir noch mal los. Neben dem Sessellift haben wir einen kleinen Gipfel bestiegen, um von dort noch mal auf unberührten Sulzhängen abzufahren. Nach ein paar weiteren Abfahrten auf der Piste haben wir uns noch mal zur Sonnenterasse begeben. Von hier hat sich der Hubert dann verabschiedet und Heike und ich sind noch mal los. Um 15.30h haben dann auch wir uns auf den Weg ins Tal gemacht. Nach einer Erholungspause haben wir uns dann Programmgemäß auf den Weg zum Stiva Grischuna gemacht. Hier haben wir in einer urgemütliche Stube bestens gegessen. Leider war Michaela Caduff nicht dabei und so haben wir uns gegensitig noch mal vom heutigen Tag vorgeschwärmt. So geht jetzt eine tolle Woche langsam zu Ende und wir werden uns morgen wehmütig auf den Heimweg machen. Es wird sicher nicht das letzte mal gewesen sein, dass wir hier durch den Tiefschnee gefahren sind. Zum guten Schluss bleibt nur eins zu sagen:
! SUPER GSI !


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